Halleyscher Komet

Masken und Kometen-Pillen

Ein Zeitungsartikel über den Halleyschen Kometen, der 1910 die Welt in Aufruhr versetzte, war so etwas wie der Initialzündung für diesen Roman – zumindest wurde Andreas Izquierdo im Augenblick der Lektüre klar, dass dieses historische Phänomen ein toller Einstieg für eine Geschichte sein könnte.

Damit wäre auch gleich die Frage geklärt, dass es den Halleyschen Kometen wirklich gegeben hat. Und es gibt ihn immer noch. Im Mittel stattet er uns alle 75 Jahre einen Besuch ab. 1910, also just in jenem Jahr, wo die Romanhandlung einsetzt, war die Panik besonders groß. Dem Kometenschweif wurde eine todbringende Blausäure-Konzentration nachgesagt, weshalb diverse Weltuntergangsszenarien gezeichnet wurden. Auf der Gegenseite sind auch damals schon Geschäfte mit der Angst gemacht worden:

Besonders findige Geschäftsleute verkauften sogenannte Kometenpillen, die im besten Fall nicht mehr als ein Placebo waren. Der Vorteil an diesem Geschäft: Würde der Weltuntergang eintreten, könnten die Verkäufer nicht mehr für ihre Betrügerei belangt werden. Im weitaus wahrscheinlicheren Fall des Nicht-Weltuntergangs würde hingegen die Erleichterung auf Seiten der leichtgläubigen Käufer überwiegen. Anderenfalls würde sie die Scham, einem solch billigen Trick auf den Leim gegangen zu sein, davon abhalten, öffentlich Anklage zu erheben.

In der Tat hat es auch Geschäftemacherei mit Atemschutzmasken gegeben, wie sie im Roman von Carl, Isi und Artur betrieben wird. Die Masken versprachen einen wirksamen Schutz vor dem tödlichen „Kometen-Gas“.

Mehr Hintergründe

Überhaupt trieb die Kometen-Panik allerlei kuriose Blüten: Einige Menschen nahmen sich freiwillig das Leben, während andere sogenannte Kometen-Parties abhielten und in den vermeintlich letzten Stunden ihres Lebens genau das taten, was sie schon immer tun wollten (aber nie den Mumm dazu hatten). Wieder andere dichteten ihre Fenster und Türen mit nassen Lappen ab, um auf diese Weise dem toxischen Kometen-Gas zu entgehen, während es auch vereinzelte Völker gab, die auf Opfergaben setzten, um verschont zu bleiben.

Auf Planet-Wissen.de gibt es einen sehr lesenswerten Artikel über das Phänomen Halley. Darin werden alle Fakten kompakt und zugleich verständlich zusammengeführt. Weitere Lektüreempfehlungen zum Thema: Sind dieser Artikel der FAZ sowie dieser Beitrag des Deutschlandfunks. Die nächste Halley-Begegnung wird übrigens für das Jahr 2061 erwartet.

Auch der YouTuber DoktorWissenschaft hat sich dem Thema in Form eines Animationsvideos gewidmet: